Conan                                                                                                    

Conan ist am 25.03.2002 geboren und er ist ein Altdeutscher Schäferhund.  Ich habe ihn seit dem 23.08.2004 und bin der Meinung, dass die Geschichte von Conan vielen Hundebesitzern von nicht ganz so einfachen Hunden einfach nur Mut macht.

Ich habe Conan am 22.08.04 auf der Internetseite des Andernacher Tierheims gesehen, ich war sofort begeistert und habe mich mit dem Tierheim in Verbindung gesetzt. Sie sagten mir, dass Conan ein nicht ganz so leichter Hund ist und er sehr dominant sei, aber wenn er einmal Vertrauen zu einem hat, dann ist er ein totaler Schmusehund. Ich bin mit meinem Sohn und meinen Eltern am 23.08.04 dann nach Andernach gefahren. Die Pfleger aus dem Tierheim haben mich zu seinem Zwinger geführt. Das Bild, was sich uns da bot, werde ich wohl nie vergessen. Conan stand Zähnefletschend und fürchterlich bellend in seinem Zwinger. Ich habe mich vor den Käfig gehockt und habe meine Hand mit Leckerchen zu ihm geführt, er hat aufgehört zu bellen und nahm das Leckerchen. Ein Pfleger hat ihn dann aus dem Zwinger geholt und ist mit uns spazieren gegangen, schon nach 200 Metern meinter er, mein Sohn und ich könnten jetzt alleine mit Conan gehen. Conan war echt ok beim Spaziergang und ich wusste, diesen Hund wollte ich. Vom Spaziergang zurückgekommen meinte die Tierheimleiterin, was wir zu Conan sagen würden und ich habe sofort gesagt, dass ich ihn haben wollte. Sie haben sich mit allen Tierheimen in Verbindung gesetzt, aus denen ich meine letzten Schäferhunde hatte, alle haben gemeint, dass ich gut mit Hunden umgehen kann. Die Tierheimleitung hat es sich nicht leicht gemacht, aber zum guten Schluss konnten wir Conan mitnehmen. Er hat die ganz Autofahrt geschlafen und war einfach zufrieden, ich war schon dritte Besitzerin in seinem kurzen Hundeleben, die Vorgänger kamen mit ihm nicht klar und haben ihn einfach immer wieder ins Tierheim gebracht.

Als Conan hier ins Haus kam, lief er erstmal unruhig hin und her und als meine Mutter reinkam, ging er sofort auf sie los. Ich habe ihn sofort abgerufen und am Halsband festgehalten. Er fletschte die Zähne, aber mir machte er damit keine Angst. Er hat sofort gemerkt, dass er bei mir nicht machen kann, was er will und hat mich sehr schnell als seine Besitzerin akzeptiert.

Mir war aber auch sofort klar, dass ich mit Conan in die Hundeschule gehen muss und ich habe mich schlau gemacht, welche Hundeschule einen guten Ruf hat, denn ich wollte keine Hundeschule, in der der Wille eines Hundes gebrochen wird. Ich bin auf die Hundeschule Lechtenfeld gestoßen und habe sofort mit Edith Kontakt aufgenommen. Sie kam ein paar Tage später zu mir nach Haus und Conan zeigte sich wieder von seiner nicht so schönen Seite. Er ging gegen Edith und kläffte ganz fürchterlich, aber da sich Edith mit solchen Hunden auskennt, hatte sie kein Problem damit. Ich erzählte ihr die ganze Geschichte (das was mir bekannt war) und wir machten Termine aus. Bei unserem ersten Treffen war sie und ich mit Conan allein. Conan bellte am Anfang nur und ließ sich nicht einschüchtern. Als wir eine Weile unterwegs waren, hörte auch das Bellen auf und er musste ein paar kleine Übungen machen. Ich habe Edith erzählt, dass Conan schon zwei Besitzer hatte und keiner mit ihm zurecht kam und dass er auch mal zwei Tage und Nächte verschwunden war und sich alleine durchschlagen musste und als er gefunden wurde, konnte keiner an ihn ran.

Beim zweiten Treffen mit Edith hatte sie einen ihrer Hunde mit und sie meinte, als wir auf einer großen Wiese waren gleich, ich sollte auch Conan ableinen, denn ihre Hündin würde ihm schon zeigen, wo es lang geht. Ich hatte ein bisschen Angst davor, aber bevor ich überhaupt richtig überlegen konnte, riss die Leine von Conan und er stürzte sich auf die Hündin von Edith. Man muss dazu sagen, Conan hat ein großes Problem mit allen Hunden, da er nie welche kennen gelernt hat. Edith`s Laika zeigte Conan direkt, dass sie nichts von ihm will, sie lief zu ihrer Besitzerin, setzte sich hin und dreht Conan einfach den Rücken zu. Conan war total  überrascht, dass er losgelassen war und außerdem kein Angriff von dem anderen Hund kam. Er  schnüfelte nur bei Laika und kam dann zu mir zurück als ich ihn rief.

Ich habe mich einmal die Woche mit Edith zum Einzelunterricht getroffen und sie hat immer einen anderen Hund mitgebracht. Am Anfang war es immer stressig, weil Conan zu Beginn erstmal jeden Hund fürchterlich angebellt hat und auch ihnen aggressives Verhalten entgegengebracht hat, aber die Hunde von Edith haben ihm immer gezeigt, das sie keinen Kampf wollen. Es war auch immer nur die ersten paar Minuten stressig, danach waren die Spaziergänge immer sehr entspannend.

Nach ein paar Wochen sollte ich mit Conan in die Hundegruppe. Das haben wir auch gemacht, aber es ging noch nicht, er war einfach noch zu unsicher und äußerte diese mit aggressiven Verhalten, also haben wir noch ein paar Einzelstunden gemacht. Es kamen immer mehr Hunde bei den Spaziergängen dazu und es klappte immer besser. Auch der Anfang, wenn Conan auf die Hunde gestoßen ist, war nicht mehr von Aggressivität begleitet. Dann war Edith der Meinung, dass Conan jetzt wieder in die Hundegruppe soll. Ich habe es mit einem mulmigen Gefühl im Bauch versucht, aber es klappte super. Conan hat zwar am Anfang ein paar Minuten die Welle gemacht, aber dann war es gut, mittlerweile klappt es so toll, dass ich der glücklichste Mensch bin und die Hundestunde so richtig genießen kann, da ich nicht mehr so viel Angst habe, dass etwas passiert.

Ich kann nur allen Menschen Mut machen, die sich ein solches Tier ins Haus nehmen. Mit der richtigen Konsequenz und der richtigen Hundeschule wird aus jedem Hund ein klasse Kerl. Ich habe in Conan den treuesten Hund bekommen, der für mich durchs Feuer geht und der mir jeden Tag aufs neue zeigt, wie glücklich und zufrieden er bei mir ist. Er hat erkannt, dass er sich auf mich verlassen kann.Sollte er einmal nicht hören, muss er einige Unterordnungsübungen machen, danach weiß auch er wieder Bescheid.

Conan hat in dem halben Jahr sehr viel erreicht, er muss zwar noch einiges lernen, aber auch das werden WIR schaffen. Ich möchte Conan für nichts auf der Welt mehr hergeben, obwohl ich nach drei Wochen seines Daseins hier bei mir, echt überlegt habe, ihn wieder abzugeben. Ich hätte es aber nicht übers Herz gebracht und jetzt bin ich total glücklich darüber.

Ich danke vor allem Edith für ihre starke Unterstützung, durch sie habe ich noch echt viel gelernt, obwohl ich schon seit 10 Jahren Hunde hab. Aber Conan íst doch die größte Herausforderung für mich gewesen und ich denke, dass es nicht mehr allzu lange dauert und ich habe aus ihm den Hund gemacht, von dem jeder nur träumen kann.

September 2005

Mein schönstes Erlebnis mit Conan!!!

Nun habe ich Conan schon ein Jahr und ich bin immer noch mit ihm in der Hundeschule. So wird es auch weiterhin bleiben, denn es macht Conan und mir richtig Spass dorthin zu gehen.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein tolles Erlebnis mit Conan. Er ist schon ein super Hund geworden, der mich als seinen Rudelführer anerkennt. Er ist richtig ruhig geworden und die Spaziergänge mit ihm sind richtig erholsam geworden. Wenn ich da an den Anfang denke, kann ich mir es heute nicht mehr vorstellen, wie stressig unsere Anfangszeit war. Kein Spaziergang ohne ein Ausflippen von Conan. Mittlerweile findet er Fussgänger und Radfahrer ziemlich uninteressant und das gestörte Verhältnis von Conan zu Hunden ist auch nicht mehr so stark vorhanden. Wir haben zusätzlich zum Unterricht auch einmal in der Woche  Sozialisierungsspaziergänge mit Edith`s Hunden gemacht. Es war so  toll zu sehen, wie viele Fortschritte Conan dabei immer wieder machte. Er kann die Hundesprache wieder sprechen und verstehen.

Nun  aber zu dem schönen Erlebnis mit Conan. Eine Freundin und ich haben uns immer ausgemalt, wie toll das wäre mit unseren Hunden gemeinsam spazieren zu gehen. Wir haben es ein Jahr nicht gemacht, da es mit Conan noch nicht so gut geklappt hätte und ihr Hund wurde vor knapp einem halben Jahr durch einen anderen Hund ganz schwer gebissen worden. Wir haben uns auf jeden Fall getroffen und Conan hat ein paarmal gebellt, aber als ich ihm das entsprechende Kommando gegeben habe, war er ruhig. Die Hunde sind am Anfang an der Leine gelaufen. Ich hatte Conan am Anfang noch am Halti. Nach einiger Zeit konnte ich das Halti abmachen und er war nur noch am Geschirr fest. Nach kurzer Zeit konnten wir die beiden Hunde frei laufen lassen. Es war traumhaft. Sie haben miteinander gespielt, waren schwimmen ( Conan kennt Wasser nicht richtig, aber Jeamie, die andere Hündin, hat ihm gezeigt, wie toll Wasser ist). Auch wusste Conan nicht, wie man andere Hunde zum Spielen auffordert, auch das hat Jeamie ihm gezeigt. Wir sind mit den Hunden 20 Kilometer spazieren gegangen und haben Pause in einem Biergarten gemacht, auch das hat mit Conan wunderbar geklappt. Er hat mit Jeamie unter dem Tisch gelegen und darauf gewartet, dass die beiden Frauchen endlich ihr Glas Cola getrunken hatten. Als wir abends zu Hause waren, war ich der glücklichste Mensch, den man sich vorstellen kann. Ich wusste, alles was ich mit Conan und der Hilfe von der Hundeschule bis jetzt gemacht habe, war richtig und es hat sich gelohnt, diesem super ängstlichen und dadurch aggessivem Hund eine Chance gegeben zu haben. ICH BIN SO STOLZ AUF IHN!!!

Er ist für mich ein ganz toller Begleiter geworden und ich möchte ihn nie mehr missen. Auch seine ganze Mimik ist nicht mehr so trostlos. Die Augen glänzen mittlerweile, die Leftzen werden manchmal so gestellt, dass es den Anschein hat, dass er lächelt. Ich denke, er ist genauso froh, dass er endlich einen Besitzer hat, der ihm zeigt, wie schön das Hundeleben sein kann.


Conan am Baggersee, Sommer 2005         
 

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