Dino   Herdenschutzhund      geboren ca. 3.7.2004


 

Dino hat auch eine Begleithundprüfung und hilft in der Hundschule.

Als Lillie 1999 zu mir kam, dachte ich einen problematischeren Hund kannst Du gar nicht bekommen.
Und dann kam Dino. 
Dino ist ein Mitbringsel aus Mazedonien.
Nein, wir haben ihn nicht mitgebracht. Egal wie sehr mir bei meinem Aufenthalt in Mazedonien 1987 diese Hunde gefielen.
Dino ist ein Herdenschutzhund. Diese Hunde schützen selbstständig die Herden und Anwesen ihrer Besitzer gegen 2- und 4beinige Räuber.
Dino wurde von einem jungen Albaner mitgebracht , als Geschenk für seine Freundin, die bei uns im Haus wohnte. Nur erstens wollte die keinen Hund und schon gar nicht so einen.
Der Welpe wurde also sehr schnell lästig. Zumal er auch nicht zu einer leichtführigen Hunderasse gehört.
Die Prägephase ging vorbei ohne das mit dem Hund gearbeitet wurde. Er lernte nur die Wohnung und den Lindenhofweiher kennen. Mangelnde Prägung ist schon bei anderen Hunden schlimm, aber bei einem Herdenschutzhund einfach fatal. Diese mangelnde Prägung in den ersten Wochen merkt man ihm heute noch an.
Nachdem sich also alle im Haus wegen dem andauernden Gebell und Gejaule bei mir beschwert hatten, habe ich dem Besitzer klargemacht: entweder kümmert er sich um den armen Hund oder er soll ihn abgeben. Seine Antwort war: er kommt bei Bekannten in den Garten. Genau das wollten wir nicht. Er sollte ja nicht abgeschoben werden. Meine Tochter und ich beschlossen Dino zu uns zu nehmen. Also schnell Geld vom Automaten holen und mein Schwiegersohn ( einer Frau hätte dieser Macho den Hund nicht gegeben) hat Dino noch in der selben Nacht dem Besitzer abgekauft.
So, jetzt hatten wir den Hund, aber was jetzt. Weiter vermitteln war nicht möglich. Wem kann man schon guten Gewissens einen Hund vermitteln der nichts kennen gelernt hat in den ersten Monaten und zudem noch einen starken, rassetypischen Schutztrieb hat. Also blieb er bei meiner Tochter, ihrem Mann und ihren 4 Hunden. Leider hatten aber auch die nicht unbedingt so viel Zeit wie man gerade für diese Hunde braucht. Und dann wurde er auch noch mit 1 Jahr von einem  " der tut nichts " Hund schlimm gebissen.
Im März 2006 kam dann meine Enkeltochter zur Welt. Das wäre alles noch kein Problem gewesen. Aber Manuelas Hunde waren schon älter und erziehen nicht. Dino meinte also dann mit gerade mal 2 Jahren er schützt jetzt alle. Vor allem gegen Hunde die andere anstarren oder auf den anderen zuschießen. Er hat zwar recht das als Angriff an zu sehen. Aber wenn man mit Kinderwagen und Hunden allein unterwegs ist, muss der Hund zu verlässlich gehorchen.
Da mein Jerry Lee 2006 gestorben ist, habe ich dann gesagt, ich nehme Dino mit spazieren. Jetzt konnte ich dann erstmal richtig sehen wie wenig Dino gelernt hatte. Die Grundkommandos beherrschte er, aber er hatte unheimlichen Stress, sobald nur ein Radfahrer oder so in Sicht kam. Mangelnde Prägung.
Mittlerweile lebt er jetzt ganz bei mir. Er benimmt sich zwar noch nicht so wie ich möchte, aber es wird immer besser. Reiter, Jogger, Radfahrer usw. kein Problem mehr. Wenn ich dabei bin und das bin ich ja immer, können ihn fremde Menschen streicheln.
Hunde die uns anstarren sieht er immer noch als Gefahr. Und leider treffen wir immer wieder auf solche: " der tut nichts, der will nur spielen ". Hunde die uns einfach ignorieren sind für Dino uninteressant.
Aber mit Hilfe meiner anderen Hunde und einer extrem konsequenten Erziehung wird er auch in schwierigen Situationen immer relaxter. Obwohl ich mir wünschen würde, dass die anderen Hundebesitzer mehr Rücksicht nehmen würden auf uns. Aber offensichtlich finden es ja manche noch lustig, wenn sich ein Hund angegriffen fühlt. Vielleicht sollten diese Leute mal überlegen, dass Dino 50 kg wiegt und sie auch ihren eigenen Hund in Gefahr bringen.
Hunden wie Dino muss man Zeit geben zu lernen, auch wenn das manchmal sehr anstrengend ist. Alles wird in Frage gestellt, immer wieder will er alles ausdiskutieren. Er ist ein typischer Herdenschutzhund.
Herdenschutzhunde sind tolle Hunde, aber bestimmt nicht einfach zu erziehen. Diese Hunde sind erst mit ca. 4-5 Jahren erwachsen und erkennen nur den als Rudelchef an, der sehr konsequent ist. So eben mal nebenbei erziehen kann man sie nicht. Davon zeugen schon die ganzen Herdenschutzhunde, egal welcher Rasse, die unsere Tierheime bevölkern.
Wer sich für diese Hunde interessiert sollte sich sehr gut informieren und nicht einfach sich mal eben so einen kaufen. Und er sollte von Anfang an eine Hundeschule besuchen, die auch wirklich weiß wie man mit Herdenschutzhunden arbeitet.
Juli 2010
Dino hat mittlerweile eine Begleithundprüfung und er macht Agility.
Seit einigen Monaten wird Dino auch in der Hundeschule als Co-Trainer mit eingesetzt.
Sobald er begriffen hat, dass der fremde Hund zur Gruppe gehört, darf sich dieser Hund fast alles bei Dino erlauben.
Auch hier merkt am wieder das rassetypische Verhalten: die große Geduld Rudelmitgliedern gegenüber.
Mai 2013
Dino hat sich immer mehr zum Helfer in der Hundeschule entwickelt. Sein Einsatzgebiet sind meist schwierige, unverträgliche Hunde. Er hat sich mit Hilfe meiner anderen Hunde zu einem tollen Hund entwickelt. Dino wird " der tut nichts Hunde" nie mögen, aber wer will das schon.



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