Fefa

Wir haben Fefa am 15.12.2002 aus Lanzarote geholt. Sie ist ungefähr Anfang August 2001 geboren und ein Schäferhundmix. Mit etwa 8 Monaten wurde sie vor dem ansässigen Tierheim gefunden. (offensichtlich getreten/geschlagen, überall Ausschlag, etc.)...etwa zu der Zeit saß ich mit meinen Kindern zusammen, um zu überlegen, ob wir uns wieder einen Hund anschaffen. Im Sommer 2002 zogen wir dann los, quer durch sämtliche Tierheime im Umkreis von ca.300 km! Aber - wir haben kein Haus mit Garten, meine jüngste war gerade 5 Jahre, ich war halbtags außer Haus, usw. alles Gründe, keinen Hund zu bekommen ?! Erst auf eine eigene Suchanzeige im Internet meldete sich ein einziger Tierschutzverein! Ich bin direkt auf die Homepage dieses Vereins, und "schaute" mich dort zusammen mit meinen Kindern um. Als das Bild von Fefa auftauchte, riefen beide Kinder auf:" Mama, das ist unser Hund, wir brauchen gar nicht weitergucken".  Ich hab mich sofort mit der Leitung des Tierschutzvereins in Verbindung gesetzt, damit "unser Hund" nicht weg ist. Nach mehreren Gesprächen, u.a. auch mit Leuten, die Fefa "persönlich" kannten, stand einer Vermittlung nichts mehr im Wege. Im Dezember 2002 flogen meine Eltern nach Lanzarote in Urlaub und brachten auf der Rückreise als Flugpaten unsere Fefa mit. Wir waren so gespannt auf unsere Spanierin, gerade diese Hunde sollten ja so freundlich, umgänglich und anhänglich sein!!

Anhänglich war Fefa allerdings, ich konnte keinen Schritt machen ohne sie. Wollt ich ohne sie raus, hielt sie mich an der Jacke fest, oder bellte das ganze Haus zusammen. Saß ich auf der Couch, hatte ich mindestens eine Pfote auf dem Bein. Draußen war es genauso. Kam jemand direkt auf mich oder die Kinder zu, wurde der angeknurrt, kam ein anderer Hund auf uns zu, hing sie in der Leine. Sie hat zwar mit anderen Hunden gespielt, aber keiner durfte in meine Nähe kommen. Auch Autos, die auf uns zukamen (auf dem Feld), wurden verjagt. Ein anderes Problem war Besuch. Kinder durften alle rein, Frauen auch. Männer wurden bereits im Hausflur angegangen. Als ich nicht mehr weiter wusste, sprach mich eine Bekannte an. Ich sollte doch mal mit in die Hundeschule Lechtenfeld, die sie besuchte. Dort beschrieb ich Edith die Probleme mit Fefa. Sie kam dann zu uns nach Hause, um den Hund in seiner Umgebung zu beobachten und ihr fiel sofort auf, wie verunsichert und gestresst Fefa war. Wir haben sie mit unserer eigenen Unsicherheit in die Rolle der Rudelführerin gedrängt, mit der sie offensichtlich überfordert war. Wir sind jetzt ca. 1 1/2 Jahre in der Hundeschule. Fefa ist jedesmal ganz aufgeregt, wenn sie merkt, wo wir hinfahren. Sie liebt das Training mit den anderen Hunden. Sie sitzt ohne Leine neben einer anderen Hündin, auf die sie früher losgegangen wäre. Und wenn sie mal rumzickt, reicht eine kurze Zurechtweisung. Auch zu Hause hat sich einiges geändert, Fefa springt nicht gleich auf, wenn ich mich bewege, sie hält sich nicht mal unbedingt im gleichen Zimmer auf wie ich. Ein Leben ohne unsere Fefa können wir uns hier nicht mehr vorstellen. Ich bin froh, das ich nicht gleich aufgegeben habe.
 

Kerstin Ferber

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