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Zoi, s Geschichte

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''Der Anissaras-Wurf'' oder ''Eine ganz normale Tierschutzwoche'' - das Tierschutznetzwerk in Aktion

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Täglich geht jetzt das Infotelefon. Die Touristen-Saison neigt sich dem Ende zu. Herrenlose Katzen und Hunde hatten monatelang einen gedeckten Tisch und zeigen sich daher jetzt sehr vermehrungsfreudig. Aber wohin mit den Welpen? Die Antwort geben uns immer wieder Touristen, die das furchtbare Dilemma dann entdecken und über das Infotelefon um Hilfe fragen. So auch das Ehepaar Zander, die gerade geborene Welpen in der Mülltonne fanden...
 

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Gerade erst hatte ich das Infotelefon aufgelegt - ein Urlauber hatte einen Hund mit einem gebrochenen Bein am Straßenrand entdeckt - als folgendes e-Mail eintraf:

(...)
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir benötigen dringend Ihre Hilfe.
Wir befinden uns im Urlaub auf Kreta (nähe Hersonissou) und haben am 09.09.06 sieben Hundewelpen gefunden. Diese waren gerade erst geboren (ein Welpe hatte noch die Plazenta? anhängend). Wir haben die Welpen zu uns genommen und versorgen sie mit Welpenmilch.
(...)

Die wenige Stunden alten Welpen hatte sie im Mülleimer gefunden. Glücklicherweise hatten sie eine Telefonnummer vom Hotel angegeben und ich rief direkt zurück. Das schmatzende Geräusch im Hintergrund war unverkennbar. Sie hatten keine Minute gezögert und sich sofort um die Welpen gekümmert, Hut ab!

Für sie hieß es jetzt, sieben hungrige, muttilose Welpenmäuler versorgen und wer diesen Job schon mal übernommen hat, weiß, was das bedeutet! Für Familie Zander war der Urlaub dann wohl fürs Erste gelaufen...

Der nächste Anruf ging an die Tierärztin des Fördervereins auf Kreta, Julia, die sich gerade der Sache des Hundes mit dem gebrochenen Bein angenommen hatte.

"Geht klar, ich kümmere mich drum, ich hol die Pupser ab - wollte immer schon mal wieder die Amme spielen...;-)" - na ja, ich hatte keine andere Antwort erwartet und stellte den Kontakt ins Hotel her.

Julia kümmert sich jetzt seit fast zwei Jahren um die Tiere in den Tierschutzeinrichtungen unserer Tierschutzpartner. Jetzt, wo am Saisonende die Schlagzahl der verletzt aufgefundenen Tiere und Welpen steigt, haben sie und ihr Helfer, Schwester Raimund alle Hände voll zu tun.

Der nächste Anruf ging an - na, an wen wohl? Richtig: Regina Schmid. Sie hat, wie kaum eine andere, einen super Draht zu allen möglichen Tierschützern auf Kreta. Die Aufgabe: eine Amme finden und zwar eine auf vier Beinen.

Regina übernahm Kreta und ich den Rest von Griechenland. Wir tingelten alles ab und fragten, ob nicht irgendjemand eine (Mutter-Hündin ohne Welpen für uns hätte.

Gleichzeitig holte Julia die Welpen ab und brachte sie nach Plakias zu Brigitte, Marita und Jürgen, die sofort alles stehen und liegen ließen und Platz für die Kleinen machten.

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Die Welpen überstanden den Transport problemlos und kurze Zeit später versammelte sich die Tierschutzmannschaft der Region zur gemeinsamen Welpenfütterung...

Telefonieren mit denen war jetzt schwierig, denn entweder hatten sie gerade einen Welpen in der Hand oder bereiteten gerade Milch. Immer, wenn der eine gerade satt war, fing der nächste an zu japsen. Bei so kleinen Welpen bleibt es nicht nur beim Füttern, nein, der Job ist noch viel umfangreicher: Bauchmassage, Säuberung, Atemwegskontrolle, Gewichtskontrolle, ständiger Flüssigkeits-Zustands-Check, und und und. Der Job einer Ersatz-Hundemutti ist ein harter Job!

Die Ammensuche brachte ein erstes Ergebnis. Aus Nordgriechenland kam ein "Angebot" für eine trächtige Schäferhündin, bei der nur ein Welpe überlebt hatte, aber Mist, die war angstaggressiv...! Fehlanzeige, schade!

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Zwischendrin eine supergute Nachricht: gerade mal einen Tag hatte es gedauert und der Hund mit dem gebrochenen Bein, der uns über das Infotelefon von einem Urlauber gemeldet wurde, war schon auf dem Weg nach Nürnberg zu Dr. Dlouhy in die Tierklinik. Angefangen bei der Erstversorgung durch Julia hat das Zusammenspiel aller Beteiligten, wie z. B. die Organisation der Abholung in Deutschland oder die Organisation der Flugpatenschaft wieder einmal perfekt geklappt!

 

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Aber zurück zu den Welpen, Regina hatte Glück bei der Ammensuche! Allerdings mit einem sehr tragischen Hintergrund. Die trächtige Hündin, die jetzt die Ersatzmutti für die Kleinen spielen sollte, hatte alle ihre Welpen verloren. Sie wurden eingeschläfert von dem Besitzer, dem man aber in Anbetracht der vielen anderen, in Mülltonnen qualvoll verendenden Hundenachkommen dafür noch dankbar sein muss...

Trotzdem wurde uns dabei ganz schlecht. Was ist das bloß für ein Land, wo Tierschützer als Verbrecher abgestempelt werden und anderswo das Tierschutzgesetz an jeder Ecke mit Füßen getreten wird?

Und wieder ein paar Stunden später liegen die Welpen an den Zitzen der Ersatzmutti.

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Happy End?
Leider noch nicht, denn es gibt jetzt noch einige Fragezeichen, aber wir hoffen alle, dass die Kleinen durchkommen. Wieso die Situation für die Welpen immer noch schwierig ist, erklärt jetzt Julia, die die ganze Geschichte noch einmal aus ihrer Sicht schildert:

"Da ist er wieder, der Grund, aus dem uns die Kastrationen hier auf Kreta so am Herzen liegen.

von Julia Ricken

Ist es erst einmal auf der Welt, das Ergebnis aus Treffen von unkastrierter Hündin und unkastriertem Rüden, ist im Zweifel das Dilemma auch gleich da.

Immer schon so gehandhabt�, landen Welpen Wurfweise in Müllcontainern � meist lebend. Daher schreiend. Und so kommt es, dass regelmäßig aufmerksam über die Insel schreitende Menschen im Vorbeigehen sich wundern, den Deckel öffnen � und dann ein Problem haben.

Denn wer ein Herz hat, kann den Deckel kaum einfach wieder zu klappen. Also nehmen sie sie erst einmal mit, aber oft sind die Finder Urlauber, die früher oder später heimreisen müssen?

und dann kommt der Förderverein Arche Noah Kreta e.V. ins Spiel. Aber auch der Verein wird durch diese � natürlich am liebsten stoßweise auftretenden � Funde oft auf harte Proben gestellt.

Selbst wenn die Welpen vor ihrer ?Entsorgung� lange genug bei ihrer Mutter haben bleiben dürfen, um nunmehr ohne sie auskommen zu können, wären sie doch ohne Impfschutz in einem Tierheim, mit vielen Hunden und damit unweigerlich vielen Keimen, großen Gefahren ausgesetzt. Auf Kreta grassieren Infektionskrankheiten wie Parvo, gegen die vor allem Welpen ungeimpft kaum eine Chance haben.

So sind wir angewiesen auf die Mithilfe hier lebender Tierfreunde, die bereit sind, solchen Würmern während der Zeit, bis ein Impfschutz aufgebaut worden ist, in geschütztem Umfeld eine ordentliche Portion Zeit (und Geduld.. : ) zu schenken. Oft haben wir Glück, was die vielen, vielen eines Tages gesund und fröhlich in eine Adoptionsfamilie gereisten Hunde beweisen.

Aber immer wieder einmal sind auch wir überfordert - wenn einfach alle Pflegestellen überbelegt sind. Mein Kollege Mike Albring hat einmal vor lauter Verzweiflung eine eingezäunte Ruine inmitten eines Olivenhaines besetzt.

Noch größer allerdings ist das Problem, wenn die Welpen gleich nach der Geburt von der Mutter getrennt und ausgesetzt worden sind.

Die Natur hat es vorgesehen, dass Neugeborene, für die Zeit, bis sie selbst die ersten Abwehrstoffe gebildet haben, von der Mutter eine konzentrierte Dosis Antikörper bekommen: verpackt in der ersten, so genannten Biest-Milch (auch: Kollostral-Milch = das ist die allererste Milch, die die Welpen von der Hündin bekommen.). Haben sie nicht einmal die aufnehmen können, können sie sich gegen die diversen Keime, die in der Außenwelt unweigerlich auf sie einstürmen, nicht wehren.

D.h., selbst wenn es jemand schafft, den Fulltime(-Rund-um-die-Uhr!)Job einer Hundemutter annähernd adäquat zu erledigen, ist doch die Wahrscheinlichkeit, dass sie die erstbeste Infektion nicht überleben, sehr hoch.

Genau diese Gedanken gehen mir durch den Kopf, als am letzten Montag ein Anruf von Stefan kommt, der den Kontakt zu den Touristen in Anissaras herstellt, die vermelden, 7 Welpen mit Nabelschnur gefunden zu haben. An einem habe noch die Plazenta gehangen, aus der flüssiges Blut geflossen sein soll. Diese Beschreibung lässt darauf schließen, dass die Kleinen nur wenige Stunden zuvor geboren worden sein dürften.

Meine Vorgänger hier haben, wenn die Welpen zumindest einige Tage alt waren, immer wieder mal versucht, sie aufzuziehen; oft haben dann von einem Wurf doch nur einer oder zwei überlebt.

Ab und zu jedoch gelingt es einmal, eine Amme zu finden: d.h. eine Hündin, die schon Welpen und daher produktive Milchdrüsen hat, und die auch bereit ist, fremde Welpen zu säugen. In dieser Hoffnung nehmen wir die Welpen einmal mit.

Die folgenden zwei Tage zehren an den Nerven: Die sieben Würmer haben Hunger ständig!

Mit der Flasche tun sie sich aber nicht so leicht, sodass eigentlich, wenn man es geschafft hat, den letzten so halbwegs zufrieden zu stellen, der erste schon wieder bereit ist für die nächste Runde.

Es gibt wohl in der Umgebung eine Hündin, deren Welpen schon vier Wochen alt sind. Sie fressen schon mit Begeisterung Dosenfutter, können ihre Mutter also ganz gut entbehren.

So entführen wir sie (natürlich nicht ohne die Junioren auch gut unterzubringen), und schlagen ihr unser Septett vor. Auch wenn sie sie erst einmal saugen lässt, scheinen unsere Würmer mit dem grossen Hunger aber nicht so richtig angetan � sie hat wohl nicht mehr so viel Milch wie erwünscht. Auch die Mama hat eigentlich gar nicht mehr soo viel Lust auf Baby-Stube, und am nächsten Tag müssen wir den Versuch für gescheitert erklären.

Da kommt, von Regina Schmidt, die von Deutschland aus ganz Kreta abtelefoniert zu haben scheint, der rettende Anruf: Bei anderen Tierschützern gäbe es eine Hündin, deren Welpen gerade eingeschläfert worden seien. Wir eruieren, und es bestätigt sich: Wir dürfen sie holen kommen. Diese Hündin tut uns dann, nach kurzem Zögern, tatsächlich den ersehnten Gefallen: Nicht nur lässt sie unseren Wurf an ihre Milchquelle; diese Quelle scheint auch zu sprudeln, und als dann alle satt sind, fängt sie sogar an, sie abzuschlecken - Geste, die junge Welpen brauchen, um Harn und Kot abzusetzen.


Am folgenden Tag bekomme ich dennoch etwas Sorgen: Während sie ihren Mutter-Job hingebungsvoll erledigt, hechelt sie doch mehr, als die Hitze allein rechtfertigt, und etwas Scheidenausfluss hat sie auch: Gebärmutterentzündung. Zum Glück schlägt die Behandlung gleich an.

Und so sind es jetzt schon einige Tage, dass die Welpen die Fürsorge ihrer Pflegemama genießen dürfen, und auch wenn es noch zwei Nachzügler gibt, die das Kampfgewicht ihrer Geschwister erst noch erreichen wollen, sind doch die Chancen für den Anissaras-Wurf mittlerweile so gut, dass wir die ersten Photos, als kleines Abbild der originellsten Posen, die wir hier erleben dürfen, nun einmal der Öffentlichkeit zugängig machen wollen! "


September 2006, Julia Ricken & Stefan Grothus

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Update vom 15. Oktober 2006

"Ein Engel namens Angie

von Julia Ricken


Auch wenn die Gerüchte nicht auszulöschen sind, sie habe diesen Namen ihrer Rothaarigkeit zu verdanken sowie ihrer (Wahl-)Mutterschaft über ein nettes kleines Völkchen.. so bleibt doch festzustellen, dass er vor allem auf ihren engelhaften Auftritt für unseren mutterlosen Anisseras-Wurf passt!

Der Job, den sie da übernommen hatte, war wahrhaftig kein leichter. Hatten die 7 kleinen Monster doch noch viele Tage lang fast stündlich Hunger.

Was sie auch lautstark bekundeten, wenn Angie gerade einmal andere Prioritäten haben zu können glaubte! Es dauerte nach ihrer Ankunft tatsächlich noch knapp zwei Wochen, bis sich schließlich 14 Knopf-Augen öffneten, die nun bei der Suche nach der nächsten freien Zitze helfen konnten.

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Die Tatsache, dass erst nach drei Wochen die ersten Zähne durchzublitzen begannen, bestätigte endgültig: Diese Würmer waren tatsächlich am Tag ihrer Geburt entsorgt - und zum Glück auch sogleich wieder entdeckt! - worden.

Und dann war auch ab und zu zu beobachten, wie Angie von ihrem Futter etwas in den Welpen-Korb mitnahm, und das � stets - hungrige Volk .. daran auch gemächlich zu knabbern begann. Also war der Speiseplan in Änderung begriffen!

Demnach setzten auch wir den Kleinen jetzt immer wieder Hunde-Nahrung vor, und tatsächlich begann der Appetit auf anderes als Angie-Milch nun stetig zu wachsen.
Was nicht heißt, dass sie nicht bis heute vor Verzückung quietschen und gleich noch mal, mittlerweile aus dem Stand andocken, wenn Angie bei ihnen auftaucht.

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Die ihrerseits langsam endlich auch wieder mal Kontakt mit Gleichaltrigen pflegen kann.
Es ist also abzusehen, dass sie bald auch ohne Angie auskommen werden.

Selbst die Auflösung der lustigen Spielgruppe, der zuzuschauen ein schwer unterhaltsames Programm bietet, zeichnet sich langsam am Horizont ab? denn auch wenn sie sicherlich keine sehr großen Hunde zu werden beabsichtigen, haben sie doch sicher schon im Einer- oder Zweierpack das Potential, eine ganze Adoptiv-Familie zu beschäftigen.


Sie werden nun jedenfalls langsam vorbereitet auf ihre Reise nach Deutschland.
Wo, mit etwas Glück, schon der ein oder andere, liebevolle, zukünftige Hundebesitzer einen Blick auf die Wollknäuel geworfen hat?!...

Noch brauch es ein paar Wochen, bis sie mit Hilfe der nun anstehenden Impfungen ein so starkes Immunsystem haben werden, dass sie sowohl die Reise, als auch die Anpassung an eine neue Umgebung unbeschadet überstehen können.

Gerade weil wir ja nicht wissen, wie viele Abwehrstoffe sie von ihrer Mutter erhalten haben; und weil sie auch ein bisschen was durchgemacht haben, bis sie schliesslich in einer geschützten Umgebung haben heranwachsen dürfen, ist � trotz der bisher wunderbaren Entwicklung zu sieben Wonneproppen � noch nicht sicher, wie gut sie sich in anderer, mit zahlreichen Keimen bestückter, Umgebung verteidigen könnten.

Daher wäre es in diesem Fall sicherlich ein grosser Vorteil, wenn sie nicht den Umweg über ein Tierheim machen müssten, um adoptiert zu werden.

Anfang November wird es wohl werden, bis sie reisefertig sind. In der Hoffnung, dann also tatsächlich den kompletten Anisseras-Wurf losschicken zu können, übergeben wir damit die Chance, die Geschichte zu einem wirklichen Happy-End zu bringen: Die, nach der ersten durch Engel Angie, zweite und endgültige Adoption dieser Welpen!

Möge jeder einzelne von ihnen genau die Liebe und Zuwendung bis ans Lebensende geschenkt bekommen, die Angie - direkt nach der Trennung von ihren eigenen Welpen! - für sie aufgebracht hat!!!"

Welpenkontakt:mailto:info@archenoah-kreta.com

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Infotelefon: 05482 926692

Spendenkonto:
Kontoinhaber: Förderverein Arche Noah Kreta e. V.
Institut: Commerzbank Lübeck
BLZ: 230 400 22
Kto.: 209 239
IBAN: DE02 2304 0022 0020 9239 00
BIC: COBADEFFXXX

 

 

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