Hundetrainer werden ist nicht schwer ......

Hundetrainer ein Traumberuf oder große Verantwortung ???

 

Seit 2000 schießen in Deutschland die Hundeschulen und Tierpsychologen wie Pilze aus dem Boden. Schon alleine an den vielen TV- Serien, die seit einiger Zeit laufen, sieht man wie viele "Fachleute" es in diesem Bereich gibt. 

Hundetrainer ist kein Ausbildungsberuf.

Auch die Zertifizierungspflicht für Hundetrainer nach der Änderung des Tierschutzgesetz von 2013 hat daran nichts geändert.

Diese sogenannte Zertifizierung setzt keinerlei  Erfahrung als Hundetrainer voraus, sondern basiert einfach nur auf einem Fachgespräch in Theorie mit dem Amtsveterinär und einem Praxistest bei einem zertifizierten Hundetrainer.
Wobei sich mir wieder die Frage stellt, wer hat diese zertifiziert und wie viel Erfahrung ist hier wirklich vorhanden?

Mit ein wenig Vorbereitung in Form von bestimmten Büchern kann dies auch ein völlig unerfahrener Hundehalter schaffen. Und dann darf dieser Mensch sich als zertifizierter Hundetrainer selbständig machen.
Mit Erlaubnis des Veterinäramts.

So wie ich sind viele erfahrene Hundetrainer über diese Art der Zertifizierung entsetzt.

 Folgende Tipps können Ihnen bei der Trainersuche helfen und scheuen Sie sich nicht den Trainer nach seinen Qualifikation zu fragen. Wenn der Trainer nichts zu verbergen hat, wird er gerne antworten und auch die Qualifikationen vorweisen.             

Fragen Sie:  womit der Trainer Erfahrungen hat, wie lange er schon als Trainer tätig ist. 

Welche Hunde hat er selber oder hatte er und wie lange. Jemand der immer nur eine Hunderasse hält ist leicht überfordert, wenn er an andere Rassen gerät.

Wenn Hunde als Helfer eingesetzt werden, dann lassen Sie sich die Leistungskarten mit den vom  VDH Richter eingetragenen Begleithundprüfungen zeigen. Die VDH anerkannten B- Prüfung ist eine weit aus strengere Prüfung als der so genannte Hundeführerschein, der von einige Hundeschulen oder selbsternannten Vereinen an geboten wird.

Diese Begleithundprüfung bescheinigt z. B. das der Hund mit stressigen Situationen umgehen kann. Und sie belegt, dass sein Halter Wert auf eine gute Ausbildung legt und auch seinen Hund kennt. Der Helferhund sollte  gut gehorchen und trotzdem auch selbstständig handeln können und gut sozialisiert sein.

Ich sehe selber sehr oft, dass meine Hunde beim Training selbstständig eingreifen müssen, wenn wir mal wieder auf einen " Der tut nix " treffen, der auf die Kundenhunde zurast. In kritischen Situationen muss ich mich auf meinen Kunden und seinen Hund konzentrieren und mich darauf verlassen können, dass meine Hunde mit der Situation umgehen können ohne auszurasten.

Noch mal kurz zusammen gefasst. Ein guter Trainer sollte:

- ein breit gefächertes und langjährig erprobtes Fachwissen, in Theorie und Praxis haben.

Ein paar Wochenendseminare und ein Zertifikat von einer Hundeschule oder dem Amtsveterinär reichen bestimmt nicht aus.

Als Anfänger mit Problemhunden arbeiten, kann für Mensch und Hund sehr gefährlich werden. Einen problematischen Hund langfristig gesehen richtig einzuschätzen, ist sehr schwierig und setzt sehr viel Erfahrung voraus. Gerade bei Problemverhalten zeigen sich viele Dinge erst später. Dies muss man als Trainer im Vorfeld schon sehen und dem entgegen wirken können. Dem Hund hilft es nicht, dass in den AGBs der Hundeschule steht, dass für Langzeit- oder Folgeschäden keine Haftung übernommen wird.

Ein guter Trainer sollte:

- sich nicht auf eine Trainingsmethode festlegen. Jeder Hund ist anders und Hunde sind keine Computer, die man programmieren kann.       

- in der Lage sein, mit den unterschiedlichen Rassen, Charakteren und Problemstellungen umzugehen.   

- wenn er Welpen Training anbietet, selber schon mehrere Welpen großgezogen haben.

- sehen wann er überfordert ist und dies auch sagen. Lieber diesen Hund an einen Kollegen weiterreichen, als an den Symptomen herumdoktern und alles verschlimmern.

- auch nicht mit Starkzwangmitteln arbeiten, wie z. B. in die Seite treten usw. da dies dem Hund Schmerzen und Stress zufügt. Auch bestimmte Leinen und Halsbänder sollten tabu sein.

 

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